Neue Heimstätte für den „Gelben Hund“ in Darmstadt
Geschichte mit Leben füllen
Was haben der „Gelbe Hund“, der Wolfsmilchschwärmer und der Windkanal der Technischen Universität Darmstadt gemeinsam? Sie repräsentieren die drei Bereiche Luftfahrt, Natur und Wissenschaft, die auf Deutschlands ältestem Flugplatz beheimatet sind.
Auf dem August-Euler-Flugplatz in Darmstadt regiert dieses „Dreigestirn“ in harmonischem Wechselspiel – bislang allerdings weitgehend verborgen vor den Augen der Öffentlichkeit. Hier grasen einige Esel auf dem über 80 Hektar großen Areal, dort testen Ingenieure neue Kfz-Techniken auf einem Rollfeld. Hinter dem schlichten Eingangstor ist der Rumpf einer Douglas DC-8 Blickfang – er dient als Museum, das vom Förderverein des August-Euler-Luftfahrtmuseums liebevoll restauriert wurde.
In einer alten Flugzeughalle basteln Vereinsaktive an den Tragflächen des ersten deutschen Postfliegers – dem „Gelben Hund“. Das Flugzeug Eulers soll anlässlich des Jubiläumsjahres „100 Jahre Postflieger“ 2012 in einem 1:1-Modell nachgebaut werden.
Die Luftfahrtenthusiasten haben eine Vision: ein Museum, dessen Spektrum den Bogen von der Geschichte des Flugzeugbauers, Wissenschaftlers und Piloten August Euler (1868–1957), der den Flugplatz im Griesheimer Sand um 1908 gründete, bis zu Umwelt- und Naturschutz sowie Forschung und Technik spannt. Eine Fülle von Exponaten, darunter zahlreiche Stücke aus der Luftfahrthistorischen Sammlung der Fraport AG, bilden bereits einen kostbaren Grundstock – sind mangels Platz jedoch noch eingemottet. Das druckfrisch ausgearbeitete Konzept soll nun die Umsetzung der Idee beflügeln. Sowohl der Neubau eines Museumsgebäudes als auch die Nutzung einer alten Hubschrauberhalle auf dem Areal wären denkbar.
Die dritte Nutzungsvariante sieht eine Renaissance des leerstehenden Gebäudekomplexes vor, der unmittelbar an den Flugplatz angrenzt und in den 1930er-Jahren als Stützpunkt der Deutschen Anstalt für Segelflug diente. Das Ensemble gehört heute der Bundesanstalt für Immobilienfragen. Und diese „will viel Kapital aus dem Gelände schlagen“, weiß Burkhard Fiebig, Vorsitzender des Fördervereins
Unterstützung von Fraport
Die Liegenschaften könnten in ihrer Gesamtheit eine neue Zukunft bekommen und Besucher anziehen – angefangen von Museum und Bildungszentrum bis zu Hotelbetrieb, Haus der Vereine, Bar und Kunsthalle. Auf 500.000 bis zu einer Million Euro beziffert Fiebig die Investitionskosten für das Interieur des Museums, dessen Idee auch von der TU und dem Förderer der ersten Stunde, der Fraport AG, getragen werden. Die 96 Aktiven des Fördervereins bleiben optimistisch und halten es mit Pablo Picasso: „Gebt mir ein Museum, und ich werde es mit Leben füllen.“
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