Einsatz von Biokerosin: Testergebnisse liegen jetzt vor

J.Heppner Faszination Fliegen

Biokerosin

Lufthansa hat jetzt die Ergebnisse eines Emissionstests bekannt gegeben, der mit CHJ-Biokerosin durchgeführt wurde.

CHJ ist ein noch nicht zugelassenes vollsynthetisches Biokerosin. Im Gegensatz zu allen Arten gegenwärtig zugelassenen Biokerosins enthält CHJ auch die aromatischen Komponenten, die sich in fossilem Kerosin befinden und die erwünscht sind, um Ventile und Tankleitungen dicht zu halten.

Es war bereits aus früheren Untersuchungen bekannt, dass das Hinzufügen gegenwärtig zugelassener Biokerosine dazu führt, dass sich die Feinstaubemissionen aus Triebwerks­abgasen verringern. Bisher war jedoch nicht klar, ob dies auf das Fehlen von Aromaten zurückzuführen ist, oder darauf, dass Biokerosin insgesamt sauberer ist.

Die jetzt vorgenom­menen Messungen zeigen, dass ein Biokerosin, das den gleichen Aromatenanteil hat wie ein fossiles Kerosin, auch zu gleichen Fein­staubemissionen führt. Dies zeigt, dass der Aromaten­gehalt der dominante Faktor ist, während andere Faktoren wie die Reinheit des Kraftstoffes von sekundärer Bedeutung sind.

Aus diesem Zusammenhang ergibt sich potentiell ein Weg, die Feinstaubemissionen am Flughafen zu reduzieren, indem Kerosin mit niedrigem Aromatengehalt eingesetzt wird. Bei fossilen Brennstoffen ist dies schwierig, da der Aromatengehalt durch die Zusammensetzung des Rohöls bestimmt wird, aber bei Biokraftstoffen besteht die Möglichkeit, den Aromaten­gehalt zu variieren.

Es war möglich, Emissionsmessungen an einem noch nicht zugelassenen Kraftstoff vorzunehmen, indem das EVE Testtriebwerk der Lufthansa Technik AG verwendet wurde. EVE ist ein CFM-56-Triebwerk, das aus dem flugbetrieblichen Einsatz herausgezogen und für Testzwecke umgebaut wurde. Die Messung der Emissionen wurde vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) vorgenommen. Der CHJ-Kraftstoff wurde von Applied Research Associates hergestellt, dem Entwickler des CHJ-Produktionsverfahrens.

Die HBBA Studie wurde von der europäischen Kommission finanziert. Der komplette Abschlussbericht findet sich auf https://ec.europa.eu/energy/sites/ener/files/documents/final_report_for_publication.pdf oder alternativ auf www.HBBA.eu.