Genuss mit Panoramablick Seit über 20 Jahren tischt das „Käfer’S Frankfurt Airport“ auf

J.Heppner Flanieren

Käfer'S

Der spektakuläre Blick auf das Vorfeld des größten deutschen Flughafens sucht seinesgleichen, das kulinarische Angebot sowie der Service sind mehrfach prämiert, das Gästebuch kündet von zahlreicher Prominenz.

Das „Käfer’S Frankfurt Airport“ im Terminal 1 ist eine Institution. Seit 23 Jahren arbeitet Gabriele K. Platz hier als Betriebsleiterin, sie organisiert aber nicht nur den Gastronomie-Alltag, sondern kümmert sich vor allem mit charmanter Herzlichkeit gleichermaßen um Gäste und Personal.

1994 eröffnete das „Käfer’s“

Wir schreiben das Jahr 1994. Michael Schumacher feiert seinen ersten Formel-1-Titel, bei der Bundestagswahl verliert Rudolf Scharping (SPD) gegen Helmut Kohl (CDU) und am Flughafen Frankfurt eröffnet das „Käfer’S Frankfurt Airport“. Mittendrin im Premierentrubel steht Gabriele Platz, organisiert mit wachem Blick und sympathischem Geschick die Abläufe, plaudert, scherzt und ist dennoch stets zur Stelle, wenn es hakt.

Heute haben wir das Jahr 2017. Statt 35 Millionen Passagiere fliegen von und über Frankfurt mittlerweile jährlich rund 61 Millionen Fluggäste, gezahlt wird in Euro, ein grünes Blatt markiert die vegetarischen Gerichte auf der Karte. Und Gabriele Platz? Begrüßt lächelnd im „Käfer’S Frankfurt Airport“ einen Stammgast, lotst ein Pärchen aus Fernost zu einem freien Tisch und zeigt einem anschließend Fotos von einer kulinarischen Entdeckungstour in Rom: „Ich liebe es, immer wieder Neues kennenzulernen.“

Käfer'SEin spezieller Ort

Seit 23 Jahren prägt das „Käfer’S“ mit seinen 250 Plätzen die Gastronomie am Flughafen Frankfurt – und seit 23 Jahren prägt Gabriele Platz das „Käfer’S“. Ursprünglich wollte die Betriebsleiterin nach der Eröffnung nur ein kurzes Gastspiel geben. Doch sie blieb. Weil sie hier etwas sehr Spezielles fand. Einen Ort, der stets mit der Zeit gegangen und sich dennoch immer treu geblieben ist.

„Wir arbeiten an einem internationalen Drehkreuz. Täglich kommen Gäste mit unterschiedlichem kulinarischen Hintergrund und vielfältigen Wünschen zu uns. Das bedeutet immer wieder neue Herausforderungen. Aber so erleben wir jeden Tag auch immer wieder anders“, sagt Platz.

Große Wertschätzung

Nach dem Besuch der Hotelfachschule am Tegernsee und einer Lehre zur Köchin kam sie 1982 ins Käfer-Stammhaus in München und durchlief dort mehrere Stationen. Außerdem arbeitete sie als Assistentin im Party- und Banketthaus und als zweite Geschäftsführerin im Wirtshaus im Grün Tal. Vor ihrem Wechsel nach Frankfurt war sie zweite Geschäftsführerin des „Käfer’S Bistro“ in Wiesbaden, seit mehreren Jahren leitet sie zudem die Bars „Momento“ und „Tangente“ im Terminal 1.

Die Wertschätzung zwischen Platz und den Herren Kuffler, die nach Gerd Käfers Tod das gemeinsam betriebene Restaurant Käfer‘S alleine weiterführen, beruht auf Gegenseitigkeit. 35 Jahre bei einem Restaurant-Betrieb der Premium-Kategorie zu arbeiten, das ist nicht unbedingt Branchenalltag.

Aber wie hat der Flughafen die Betriebsleiterin geprägt? Sie überlegt kurz. „Er hat mich weltoffener und flexibler gemacht. Es mag sein, dass ich dadurch reisefreudiger geworden bin“, sagt sie lächelnd, um dann noch einen ganz praktischen Vorteil ihres Arbeitsplatzes zu nennen: „Es ist schon angenehm, dank der vielen Geschäfte am Flughafen zu jeder Zeit alles bekommen zu können und nicht extra in die Stadt zu hetzen.“

Käfer'SProminente Fans

Apropos Zeit – das unterscheidet wohl mehr als alles andere ein Restaurant am Flughafen von einem Restaurant in der Stadt: In der Regel haben die Gäste nur ein begrenztes Zeitfenster. „Es muss schnell gehen und dennoch darf die Qualität nicht leiden“, erklärt Platz ihren Anspruch. Zumal sie Tag für Tag ein sehr heterogenes Publikum begrüßt. „Künstler, Manager, Urlauber, Flugkapitäne, Besucher, Familien – es ist alles dabei.“

Das Gästebuch liest sich wie ein Prominenten-„Who-is-Who“: Steffi Graf, Joachim Fuchsberger, Heino Ferch, Dirk Nowitzki, Hans-Dietrich Genscher, Sir Peter Ustinov, Joschka Fischer, Dieter Thomas-Heck, Roberto Blanco und Heidi Klum. Oft loben sie das Essen, aber mindestens genauso oft preisen sie die herzliche Gastfreundschaft und das sympathische Ambiente.

Auch in Fachkreisen besitzt das „Käfer’S“, das sich in der Shopping Avenue im Abflug B befindet, einen exzellenten Ruf: So wurde das Restaurant gleich zwei Mal hintereinander (2011 und 2012) bei den „Food & Beverage Awards“ (FAB) als „Best Airport Full Service Casual Dining Restaurant Worldwide“ ausgezeichnet.

Der FAB prämiert besonders erfolgreiche und innovative Gastronomie-Konzepte an Flughäfen, Frankfurt setzte sich dabei gegen Konkurrenz aus Chicago, Amsterdam, Rom, London-Heathrow, Genf, Malaga, Minneapolis und vom John-F.-Kennedy-Airport in New York durch. Zudem gewann das „Käfer’S“ ebenfalls zwei Mal hintereinander den Shop Star Award des Flughafens Frankfurt.

Klassiker auf der Karte

Diese globalen Mitstreiter hinter sich zu lassen, gelingt, weil Platz und ihr Team individuellen, außergewöhnlichen Service bieten (auch bei Geschäfts- und Familienfeiern) und obendrein kulinarisch stets frisch, kreativ und originell agieren. Natürlich dürfen Klassiker wie das Wiener Schnitzel oder Kufflers goldprämierte Münchner Weißwürste nicht fehlen, ganz zu schweigen von der Lachsbescheidenheit (Kartoffelrösti und Räucherlachs) – einer Gerd-Käfer-Kreation.

Die Asiaten wollen traditionell deutsche (Wurst-)Spezialitäten kennenlernen, internationale Gerichte wie ein Thai-Veggie-Curry stehen ebenso auf der Karte wie eine moderne Interpretation des Hühnerragouts. „Die Gäste sind anspruchsvoller geworden, achten aber auch mehr auf regionale und hochwertige Produkte“, erzählt Platz.

Käfer'SBehutsam modernisiert

Das Restaurant selbst ist im Lauf der Jahre behutsam modernisiert worden. Die gerafften Vorhänge beispielsweise sind verschwunden, schlanke Jalousien betonen den einzigartigen Panoramablick aufs Vorfeld. An den Wänden hängen ausdrucksvolle Schwarz-Weiß-Fotografien, allesamt von Stephan Kuffler. Das französische Brasserie-Mobiliar allerdings ist ebenso heilig wie die gestreiften Sessel im Eingangsbereich. „Das würden unsere Stammgäste sonst sehr vermissen“, sagt Platz. Überhaupt, die Stammgäste – „das hat mich wirklich überrascht, dass wir an diesem geschäftigen Ort eine Stammkundschaft aufbauen konnten.“

Da sind zum Beispiel die drei Familien, die jeden Sonntag im „Käfer’S“ speisen. Oder die Prominenten, die extra vorher anrufen, um sich die Weißwurst einpacken zu lassen. Auch die Fluggäste, für die der Aperitif bereits zum Urlaubsritual gehört. Und das Paar, das sich regelmäßig am Wochenende einen Haferl Kaffee und Himbeertarte mit Vorfeldblick gönnt. Doch ist das so überraschend, wenn die Betriebsleiterin gleich zu Beginn des Gesprächs sagt: „Ich lebe und liebe meine Gastgeberrolle wie am ersten Tag“? Das spürt der Gast – seit nunmehr 23 Jahren.